Das Vertrauen der Reisenden in die Sicherheitssysteme ist groß, aber es herrscht keine Klarheit darüber, wie sie zu nutzen sind.
Globale Risiken sind für Geschäftsreisende keine abstrakten Schlagzeilen mehr. Verkehrsunterbrechungen, Gesundheitsprobleme, Wetterextreme und regionale Instabilität bestimmen zunehmend, wie und ob Menschen beruflich reisen. Das Bewusstsein ist gestiegen. Die Klarheit jedoch nicht.
Eine neue BCD-Umfrage zeigt eine Diskrepanz auf: Geschäftsreisende vertrauen den Systemen, die zu ihrem Schutz eingerichtet wurden, sind aber oft unsicher, wie sie diese Systeme nutzen können, wenn es darauf ankommt.
Das Risikobewusstsein wächst – aber die Bereitschaft hält nicht Schritt
Auf die Frage nach ihren größten Sorgen nannten die Geschäftsreisenden eindeutig Verkehrsunfälle und gesundheitsbezogene Notfälle. Verkehrsunfälle werden von 37 % der Reisenden als größte Angst genannt, dicht gefolgt von gesundheitlichen Notfällen mit 35 %.
Diese Sorgen sind nicht theoretisch. Im vergangenen Jahr erlebten 8 % der Befragten einen Vorfall, der die Unterstützung des Unternehmens erforderte, wobei wetterbedingte Ereignisse fast ein Viertel dieser Fälle ausmachten. Angesichts der anhaltenden globalen Volatilität – von klimabedingten Ereignissen bis hin zu sich verändernden geopolitischen Bedingungen – werden diese Risiken wahrscheinlich nicht in den Hintergrund treten.
Dennoch wissen viele Reisende nicht, welche Unterstützung ihnen zur Verfügung steht, wann sie diese in Anspruch nehmen können und an wen sie sich in diesem Fall wenden müssen.
Ermutigende Signale: Managed Travel funktioniert
Reisende vertrauen auf Managed Travel – und das ist auch gut so. Die meisten (86 %) geben an, sich sicher zu fühlen, wenn sie in Hotels übernachten, die in ihr Geschäftsreiseprogramm aufgenommen wurden. Die Transportmöglichkeiten am Boden – von Ride-Hailing-Diensten bis hin zu herkömmlichen Taxis – werden von über 70 % der Befragten als sicher angesehen.
Dieses Vertrauen ist wichtig. Es bestätigt die Rolle von Lieferantenüberprüfungen, bevorzugten Programmen und richtliniengesteuerten Entscheidungen, für die Reise-, Beschaffungs- und Risikoteams hart arbeiten. Managed Travel tut das, was es tun soll: Es reduziert das Risiko und bietet eine sicherere Basis.
Aber das Vertrauen in die Optionen ist nicht immer mit dem Vertrauen in den Prozess gleichzusetzen.
Wo sich noch Verwirrung einschleicht
Trotz des weit verbreiteten Zugangs zu Buchungstools, Apps und Risikomanagementplattformen ist das Bewusstsein der Reisenden nach wie vor uneinheitlich.
Fast ein Drittel der Reisenden gibt an, dass sie nicht wissen, wo sie Informationen zur Sicherheit im Unternehmen finden. Mehr als ein Viertel wendet sich bei einem Vorfall an externe oder alternative Quellen – ein Zeichen dafür, dass die offiziellen Kanäle in diesem Moment nicht sichtbar oder intuitiv sind.
Andere Lücken sind noch besorgniserregender:
- Etwa 30 % der Reisenden wissen nicht, an wen sie sich in einem Notfall wenden sollen.
- Fast jeder Fünfte zögert, Hilfe zu suchen, weil er unsicher ist, ob seine Situation „ernst genug“ ist.
Dieses Zögern kann die Reaktion verzögern, die Unterstützung erschweren und sowohl die Ängste der Reisenden als auch das organisatorische Risiko erhöhen. Dies unterstreicht auch einen entscheidenden Punkt: Ressourcen zu haben ist nicht dasselbe wie sie nutzbar zu machen.
Kommunikation überbrückt die Kluft
Wenn die Risiken immer komplexer werden, besteht der Instinkt oft darin, mehr Informationen, mehr Hilfsmittel oder mehr Verfahren bereitzustellen. Die Untersuchung zeigt jedoch, dass die Reisenden das Gegenteil wollen: klare, einfache Anleitungen zum richtigen Zeitpunkt.
Informationen über das Reiseziel im Vorfeld der Reise stehen ganz oben auf der Liste der Ressourcen, die sich die Reisenden (30 %) am meisten wünschen. Weitere hoch geschätzte Hilfen sind flexible Reiseoptionen, 24/7-Notfallhilfe, Risikowarnungen und vom Unternehmen bereitgestellte mobile Geräte. Aber die Reisenden müssen wissen, wie und wann sie sie nutzen können. Wenn sie das nicht tun, verlieren diese Investitionen an Wirkung.
Das Engagement des Arbeitgebers macht einen messbaren Unterschied
Die gute Nachricht? Wenn Unternehmen sich proaktiv engagieren, merken das die Reisenden.
Die meisten Reisenden (66 %) schätzen die Unterstützung des Arbeitgebers bei Risikovorfällen als hoch ein. Nur 7 % berichten von minimaler oder gar keiner Unterstützung. Mehr als die Hälfte ist der Meinung, dass die Sicherheitsmaßnahmen ihres Unternehmens weiterentwickelt werden, um neuen Risiken zu begegnen.
Dennoch bleibt eine gewisse Unsicherheit. Ein beträchtlicher Teil der Reisenden ist sich nicht sicher, ob sich ihr Unternehmen schnell genug anpasst – und viele wünschen sich eine bessere Kommunikation, auch wenn sie im Allgemeinen mit den bestehenden Richtlinien zufrieden sind.
Diese Unterscheidung ist wichtig. Zufriedenheit ist nicht gleichbedeutend mit Verständnis. Und Verständnis ist das, was das Vertrauen auf der Straße stärkt.
Was das für die Entscheidungsträger bedeutet
Für Personal-, Risiko-, IT-, Beschaffungs- und Reiseverantwortliche bedeutet dies nicht, dass die Programme scheitern. Vielmehr müssen die Programme klarer formuliert und zeitlich besser abgestimmt werden.
Reisende wollen keine Richtlinien auswendig lernen oder in einer Krise nach Hilfe suchen. Sie wollen die Gewissheit haben, dass es Unterstützung gibt, sie wollen Anleitungen, die sich relevant anfühlen, und Hinweise, die leicht zu befolgen sind. Wenn Sicherheitsinformationen auf natürliche Weise in die Buchungsabläufe, in die Momente vor der Reise und in die Kommunikation während der Reise integriert werden, werden sie zu einem Teil der Reise und nicht zu einem nachträglichen Gedanken.
Da globale Risiken weiterhin das Verhalten von Reisenden beeinflussen – einschließlich der Entscheidung, Reisen zu stornieren oder ganz zu vermeiden – wird Klarheit zu einem Wettbewerbsvorteil. Unternehmen, die die Sicherheitskommunikation vereinfachen, verringern nicht nur das Risiko, sondern stärken auch das Vertrauen ihrer Mitarbeiter.
Eine einfache Wahrheit: Reisende wollen Klarheit, nicht Komplexität
Wenn die Anleitungen rechtzeitig, einheitlich und leicht verständlich sind, fühlen sich die Reisenden sicherer – und die Unternehmen sind besser in der Lage, sie zu unterstützen, wenn es darauf ankommt.
Die Programme müssen sich darauf konzentrieren, dass die Reisenden wissen, wie sie die bereits vorhandenen Tools nutzen können. Denn in der heutigen Zeit wird Vertrauen nicht durch mehr Informationen geschaffen, sondern durch die richtigen Informationen zur richtigen Zeit.
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