Hannes Jaenicke über Umweltschutz, Reisen und Bruce Springsteen

Foto: ZDF / Markus Strobel Der Schauspieler Hannes Jaenicke (59) führt ein bewegtes Leben. Zehn Monate im Jahr ist er unterwegs. Dreh- und Angelpunkt seiner Reisen sind die Tage am Filmset und seine Mission als Umweltschützer. Zwischen zwei Drehterminen hat er sich Zeit für ein Interview mit dem Geschäftsreisemagazin MOVE genommen. Herr Jaenicke, Sie sind jetzt gerade im Mietwagen unterwegs. Welches Auto fahren Sie? Ich miete mir immer das kleinste und umweltfreundlichste, das es gibt, heute ist es ein Ford Fiesta. Damit fahre ich jetzt eine Dreiviertelstunde nach Hause, habe drei Stunden Zeit zum Umpacken, fahre zurück zum Flughafen und ...

Foto: ZDF / Markus Strobel

Der Schauspieler Hannes Jaenicke (59) führt ein bewegtes Leben. Zehn Monate im Jahr ist er unterwegs. Dreh- und Angelpunkt seiner Reisen sind die Tage am Filmset und seine Mission als Umweltschützer. Zwischen zwei Drehterminen hat er sich Zeit für ein Interview mit dem Geschäftsreisemagazin MOVE genommen.

Herr Jaenicke, Sie sind jetzt gerade im Mietwagen unterwegs. Welches Auto fahren Sie?

Ich miete mir immer das kleinste und umweltfreundlichste, das es gibt, heute ist es ein Ford Fiesta. Damit fahre ich jetzt eine Dreiviertelstunde nach Hause, habe drei Stunden Zeit zum Umpacken, fahre zurück zum Flughafen und fliege dann weiter zu den Dreharbeiten des Amsterdam-Krimis. Bis gestern Nacht habe ich noch in Casablanca gedreht.

Welches war die eindrucksvollste Reise, die Sie bisher gemacht haben?

Ganz schwer zu sagen. Ich war durch mittlerweile 35 Jahre Dreharbeiten so viel in Afrika, so viel in Asien. Die USA sind ein großartiges Land, Kanada, Costa Rica, Neuseeland … Ich kann wirklich nicht sagen, wo ich es am schönsten fand. Aber die beeindruckendste Reise hatte ich wohl als Kind. Als wir in den USA lebten, hatte mein Vater den Ehrgeiz, in den Ferien alle Nationalparks des Landes abzuklappern. Wir waren als fünfköpfige Familie in einem roten VW Käfer mit Zelt und großem Dachgepäckträger unterwegs. Ich war etwa sechs Jahre alt und diese Reisen waren für mich das Größte.

Was haben Sie bei Ihren Reisen dabei?

Möglichst wenig! Außer dem Reisepass noch Laptop, Jeans, Boots, ein paar Unterhosen, T-Shirts, Surfshorts.

Mit wem würden Sie gerne auf einem Langstreckenflug gute Gespräche führen?

Mit Jane Goodall, der britischen Verhaltensforscherin, die sich für den Schutz von Schimpansen einsetzt! Auch mit Yvon Chouinard, dem Gründer von Patagonia, würde ich gerne mal fliegen. Mit seiner Firma für nachhaltige Outdoorkleidung engagiert er sich vehement für die Umwelt. Oder mit Bruce Springsteen plauschen. Ich bin seit dem Teenageralter der wohl größte Spring­steen-Fan der Welt.

Was machen Sie gegen den Jetlag?

Wo Cannabidiol (CBD) legal ist, hilft dies. Wo es nicht legal ist, mache ich ein kurzes Nickerchen.

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Welches ist für Sie die schönste Art, unterwegs zu sein?

Ich liebe Schifffahrten! Einmal im Jahr segle ich in Griechenland bei einer Regatta mit, die u. a. von der ARD ausgerichtet wird. Da fliegen viele Segler runter. Wenn ich es zeitlich schaffe, fahre ich mit einem Teil der Crew mit der Fähre von Ancona nach Griechenland. Das ist so schön geruhsam. Ich finde Schifffahren viel schöner als Fliegen! Ich reise aber auch gern mit der Bahn und bin zuletzt oft mit dem TGV von Tanger nach Casablanca gefahren. Das dauert zwei Stunden, geht vom Atlantik zur Mittelmeerküste und macht richtig Spaß. Toll!

Entstand Ihr Engagement für die Umwelt eigentlich auch auf einer Ihrer Reisen?

Nein, es entstand, als ich in Köln lebte und 1986 der schönste deutsche Fluss, der Rhein, durch einen Chemieunfall zu einer Industriekloake wurde, in der die Fische starben. Ich bin schon als Teenager Mitglied bei Greenpeace geworden, aber damals habe ich mir gesagt: Es reicht nicht, nur den Mitgliedsbeitrag zu überweisen. Man kann und muss mehr tun.

Wie sehen Sie als Umweltschützer das Thema Fliegen und Flugverkehr?

Ich fliege ausschließlich beruflich. Ich habe jetzt knapp vier Monate in Abu Dhabi und Marokko eine Serie gedreht, da komme ich leider mit Fahrrad und Bahn nicht hin. Privat bin ich ein einziges Mal geflogen, weil es nicht anders ging: zur Beerdigung meiner Mutter. Ich finde, Kerosin sollte dringend besteuert werden, genau wie Benzin, Diesel und Heizöl auch. Die Billigfliegerei, das ständige für 29 Euro durch Europa Jetten, ist absurd.

Welche Verkehrsmittel nutzen Sie privat?

Ich habe in jeder deutschen Großstadt ein Fahrrad stehen. Für lange Inlandsstrecken nehme ich die Bahn. Außerdem fahre ich ein Elektroauto und ein Motorrad. Das ist meine einzige echte Umweltsünde.

In der September-Ausgabe der MOVE stellen wir unseren Lesern die niederländische Stadt Utrecht vor.

Eine wunderschöne Stadt. Ich war als Kind schon dort, meine Familie hat Verwandte in Holland. So verbrachten wir die Sommerferien oft am Nordseestrand in Domburg. Und mein großartiger Kollege aus den Amsterdam-Krimis, Fedja van Huêt, lebt auch in Utrecht.

In den Niederlanden fahren fast alle mit dem Fahrrad. Wäre das ein Modell für uns?

Ja, wenn wir nicht solche Autofetischisten wären. Was in Indien die heilige Kuh ist, ist bei uns das Auto. Wir könnten von den Holländern viel lernen. Da fahren selbst in Großstädten dreifache Mütter ihre Kinder mit dem Rad in die Schule!

Was schätzen Sie darüber hinaus an unseren holländischen Nachbarn?

Gelassenheit. Humor. Nicht rumzustressen. Außerdem sind sie ein sehr liberales Volk. Als wir bei den ersten beiden Amsterdam-Krimis drei Monate lang im Dauerregen gedreht haben, gab es trotzdem kein einziges Mal ein lautes Wort.

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